Mittwoch, 23. Dezember 2009

Weihnachtsfeier mit meiner Mutter

Mit meiner Mutter habe ich schon Weihnachten gefeiert. Sie besucht am Heiligen Abend immer meine Schwester im Schwarzwald. Meine Schwester kann ihre Ziegen schlecht alleine lassen. Und so teilen wir uns unsere Mutter auf. Ich feier Weihnachten am vierten Advent und meine Schwester am 24. Dezember.

Die Geburt von Jesus bei meiner Schwester zu feiern, passt gut zu Weihnachten. Der Stall ist vorhanden, statt der Schafe nehmen wir Ziegen, die Hirtin ist meine Schwester und meine Mutter stellt die Heiligen Drei Könige mit den Geschenken dar. Sie bringt meiner Schwester immer viele Geschenke mit. Sie liebt es meine Schwester reich zu beschenken.

Fehlen nur noch Josef, Maria und das Christkind. Die sind irgendwie verschwunden. Früher gab es sie. Maria war meine Schwester Sabine, Josef war ihr Mann Urban und das Christkind stellten ihre beiden kleinen Söhne dar. Jetzt sind die Söhne ausgezogen. Josef und Maria haben sich getrennt und leben beide als Single. Urban als Bauer in seinem Bauernhof und Sabine mit ihren Ziegen in einem Ziegenstall mit Wohnteil.

Besser gefällt mir die Idee, dass ich das Christkind bin. Etwas Kindliches habe ich durchaus in mir. Insofern passt es. Dann kam also das Christkind bereits am Vierten Advent, hat den Heiligen Drei Königen die Geschenke überreicht und sich dann aus der Welt zurückgezogen. Das Christkind lebt jetzt in einer Yogihütte in einem Yogiwald, der im Moment wundervoll verschneit ist. Ich habe sogar eine Lichterkette in meinem Fenster. Daran könnt ihr mein Haus gut erkennen. Hier wohnt also jetzt das Christkind. Und hier gibt es ab jetzt auch immer die Geschenke. Aber nur geistiger, spiritueller Art in Form von kleinen Weihnachtsgeschichten. Das muss genügen.

Bei meiner Mutter fiel mir auf, dass sie nichts wirklich erfreuen kann. Wie viele alte Menschen denkt sie grundsätzlich negativ. Unsere Weihnachtsfeier lief also wie folgt ab. Sie erzählte mir die neuesten Sterbefälle und alle Krankheiten in ihrem Bekanntenkreis. Dann berichtete ich, wie schrecklich es laut Fernsehnachrichten in der Welt ist. Dann zündeten wir die Weihnachtskerzen an und überreichten uns gegenseitig die Geschenke. Wir stellten fest, dass wir alles nicht wirklich gebrauchen können und bemühten uns verbissen zu lächeln.

Jetzt kommt die Wende. Als Hauptweihnachtsgeschenk erklärte ich meiner Mutter, dass sie mir alles wieder mitgeben kann. Und plötzlich entspannte sich das Weihnachtsfest. Meine Mutter bekam überraschend gute Laune. Ich packte einen Teil meiner Geschenke wieder ein und den Rest nahm sie für Sabine, Urban und die Kinder mit, die sich dieses Weihnachten im Familienkreis treffen wollen. Weil es irgendwie öde ist, wenn alle Familienmitglieder über den ganzen Schwarzwald verteilt einsam als Singles Weihnachten feiern.

So wurden dank vieler erstaunlicher Zufälle doch noch alle zu Weihnachten irgendwie glücklich. Der Heilige Geist kann auch im Chaos der westliche Familiendramen und des brutalen Konsumterrors seine Weg des Lichts finden. Das wünsche ich euch morgen auch.

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