Donnerstag, 17. Dezember 2009

Die unersättliche Muschi

So ganz alleine bin ich hier Wald nicht. Es gibt hier viele Tiere, die mich inzwischen alle gut kennen. Ein Fasanenfamilie wohnt direkt neben meinem Haus. Fasane (hühnergroße erdfarbene Laufvögel) sind normalerweise sehr scheu. Heute morgen trat ich vor die Tür und sie stritten sich unbekümmert weiter. In den meisten Familien wird gestritten. Und so ist es bei den Fasanen auch. Die drei Kinder waren unterschiedlicher Meinung und rannten aufgeregt hin und her. Bis eines der Kinder die Flucht ergriff und sich seinen eigenen Platz zum Spielen suchte.

Eine Katze kommt mich öfters besuchen. Sie spürt meine energiereichen Hände und möchte immer stundenlang von mir gestreichelt werden. Leider bin ich ein sehr fauler Yogi und habe dazu nur begrenzt Lust. Wir haben uns inzwischen auf eine kurze Streicheleinheit je Besuch geeinigt. Sie kommt, läßt sich kurz verwöhnen und geht dann wieder ihres Weges.

Mehr Lust zum Streicheln hatte ich bei meiner Ex-Freundin. Ich legte ihr meine Hände auf den Kopf. Alle ihre Stressgedanken kamen sofort zur Ruhe und sie tauchte ein in ein glückseliges Sein. Dann hatte sie stundenlang Lust auf Sex. Das war sehr praktisch. Sexpillen zur Lustanheizung sind bei einem Yogi nicht notwendig. Dafür hat er seine glückbringenden Hände. Leider trennte sie sich vor neun Jahren von mir, weil sie meine spirituellen Geschichten nicht mehr ertragen konnte. Meine Glücksenergie hat sie noch lange Zeit vermisst.

Der Lieblingswitz meines Freundes lautet: "Eine gute Fee erklärt einem Mann, dass er einen Wunsch frei hat. Der Mann wünscht sich eine unersättliche Muschi. Daraufhin bekommt er eine Katze, die von morgens bis abends Hunger hat." Für alle Kinder: Dieser Witz ist nicht jugendfrei. Ihr braucht ihn nicht zu verstehen. Die Bedeutung erschließt sich erst nach einer längeren Beziehung.

Meinen Freund lernte ich in der Schule kennen. Er studierte Soziologie und wurde später Programmierer. Unsere Wege trennten sich im Alter von 30, als ich die Spiritualität für mich entdeckte. Für meinen Freund bestand der Sinn des Leben darin viel Sex zu haben. Beruflich klappte es nicht ganz so mit der Karriere, dafür lernte er aber eine nette Frau kennen. Er durfte zweimal in der Woche mit ihr Sex haben.

Am Anfang war er begeistert von seiner Frau. Aber nach vier Jahren Beziehung hat ein Paar nach aktuellen Zahlen im Durchschnitt nur noch 2,5 mal Sex im Momant. Der Mann will jeden Tag. Die Frau will einmal im Monat. Und dann einigen sich beide auf zweimal im Monat und einen mißglückten Versuch.

Auch meinen Freund hat dieses grausame Schicksal in einer langfristigen Beziehung ereilt. Seit einigen Jahren ist er im Internet auf der Suche nach sexuellen Abenteuern. Er versucht so das sexuelle Defizit in seiner Beziehung auszugleichen. Ob das seiner Frau gefällt? Vermutlich nicht.

Ich bin jedenfalls für Treue in Beziehungen, weil alles andere letztlich ein Weg des Unglücks ist. Er führt zu Verletzungen des Herzchakras, die nur schwer wieder zu heilen sind. Unklare Sexualität sollte ein Yogi vermeiden. Der wahre Sinn des Lebens besteht im inneren Glück. Wenn Sexualität, dann in einer Beziehung. Wenn eine Beziehung, dann auf der Basis von Treue, Weisheit und Liebe. Das ist die klare Aussage der erleuchteten Meister aller großen Religionen.

Sexualität ist nichts Schlechtes, aber sie muss mit Weisheit gelebt werden. Weisheit bedeutet mit dem richtigen Partner, auf die richtige Art und im richtigen Maß. Vorwärts auf dem Weg der Weisheit, der Liebe und der Erleuchtung. Gelingen.

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