Mittwoch, 9. Dezember 2009

Der große Sturm


Vor drei Wochen gab es hier bei mir einen großen Sturm. Eine mächtige Tanne stürzte vom Nachbargrundstück direkt mitten auf das Dach meiner kleinen Hütte. Ich habe ein Spitzdach mit einer leichten Schrägung. Die Tanne fiel genau mit dem Schrägungswinkel des Daches auf mein Haus. Dadurch gab es einen großen Knall, aber das Gewicht der Tanne verteilte sich auf die ganze Breite des Daches. Durch die optimale Druckverteilung blieb mein Haus stehen. Sogar alle Dachbalken blieben heil. Nur die Dachpappe (Ondoline, gewellte Dachplatten) wurde durch die Tannenzweige zerfetzt. Es regnete genau über meinem Bett in Haus herein.

Sehr geschickt vom Kosmos ausgedacht. Da nach dem Sturm ein heftiger Regen kam, plätscherte es wie aus einem Wasserhahn auf mein Bett. Das Bett war sofort durchnässt. Ich schob es in eine andere Ecke meines Zimmers und stellte drei Eimer unter die tropfende Stelle. Ich kam mir vor wie der arme Poet aus dem berühmten Gemälde. Ein armer Dichter sitzt in seiner Dachkammer mit einer Zipfelmütze im Bett, einem Buch in der einen Hand und einem Regenschirm in der anderen Hand.

Draußen tobte weiter der Sturm. Die Nacht war schwarz. Mein Bett war nass. Das Haus war kaputt. Und der kleine Yogi war erstaunlich friedlich. Er nahm es gelassen. Shit happens. Es kann im Kosmos vorkommen, dass ein Baum auf ein Haus fällt. Auch kleine liebe Yogis werden davon nicht verschont. Wahrscheinlich war ich in einem früheren Leben auch einmal ein Sturm, der einem Yogi einen Baum auf seine Hütte geweht hat.

Morgen geht es weiter (damit es spannend bleibt). Wir werden erfahren, was Nils jetzt tat und was der Nachbar dazu sagte.

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